Musik

Ein Ausflug zu einem Konzert beginnt immer kultiviert: Man freut sich auf Musik, Atmosphäre und „ein Bierchen“. Drei Stunden später steht man schwitzend zwischen fremden Achselhöhlen und fragt sich, ob das hier noch Tanzen oder schon ein unbeabsichtigter Paarungstanz ist.

Vor der Bühne springen alle synchron, als gäbe es Gratis-WLAN im Takt. Der Typ neben dir singt lauter als die Band – leider konsequent in der falschen Tonart. Hinter dir diskutiert ein Pärchen, ob das Gedränge noch romantisch oder schon Körperverletzung ist. Spoiler: Es ist beides.

Auf dem Festivalgelände wird Tanzen zur Extremsportart. Man bewegt Hüften, von denen man nicht wusste, dass man sie besitzt. Irgendwer verliert ein Shirt, irgendwer seine Würde. Spätestens beim dritten Song schwitzt man an Stellen, die laut Biologieunterricht eigentlich privat bleiben sollten.

Und trotzdem: Wenn der Bass einsetzt und die Menge bebt, fühlt man sich wie der Hauptdarsteller im eigenen Musikvideo – nur mit weniger Glamour und mehr Blasen an den Füßen. Am Ende ist die Stimme weg, die Beine wackeln und man schwört sich: „Nie wieder!“

Bis das nächste Konzert angekündigt wird. Dann ist man natürlich wieder in der ersten Reihe. Mit Hüftschwung.

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